TrzebnicaDie Stadt (ca. 12,5 tausend Einwohner), der Sitz der Landkreis
- und Gemeindeverwaltung, ist malerisch im Talkessel der Trebnitzer Hügel 160-210 ü.d.M. gelegen.
Trzebnica hat reiche und schöne historische Traditionen. Während den seit 1987 von J.M. Burdukiewicz auf den Berghängen des Weinbergs geleiteten Ausgrabungen wurden die ältesten Spuren des Urmenschen (homo erectus) in Polen von vor 500 000 Jahren entdeckt. Seit dem V Jahrhundert n. C. datiert sich die Ansiedlung der slawischen Bevölkerung am Lubszabach. Die erste Erwähnung in den Urkunden stammt aus 1138. Im XII Jh. ist die erste Kirche gestiftet vom ersten bekannten Trebnitzer Grundbesitzer Piotr W³ostowic entstanden. Daher ist eine Darstellung des Kopfes von hl. Peter im Wappen der Stadt zu sehen.
1202 stiftete der schlesische Fürst Heinrich der Bärtige mit seiner Frau Hedwig das erste Zisterzienserinnenkloster in Polen. 1218 wurde der Bau der prächtigen romanischen Kirche beendet, wo das Fürstenpaar seine letzte Ruhestätte fand. Nach der Heiligsprechung der hl. Hedwig 1267 wurde Trebnitz zum wichtigen Zentrum des religiösen Kults und der Pilgerbewegung. Damals entstand die erste gotische
St. - Hedwigs -Kapelle in Polen (bei ihrem Bau wurde die am Ort hergestellte Ziegel benutzt). Das Stadtrecht verlieh Trebnitz der Fürst Heinrich der III. 1250 (die erste Lokation der Stadt
- 1224).
Um die Jahrhundertwende XVII/XVIII auf Anregung der polnischen Äbtissinnen des Trebnitzer Kloster (K. Paw³owska, Z. Korczyñska, B. Paczyñska u.a.) wurde die Kirche und das Kloster im Stil des späten Barocks und Klassizismus (der Turm) umgebaut. In der Zeit wirkten in Trebnitz ausgezeichnete Künstler, u.a. Bildhauer J.F. Mangoldt, die Maler
- M. Willmann, F.K. Bentum. Es entstand u.a. ein prächtiges Marmorgrabmal der hl. Hedwig.
1703 in der Ogrodowa - Straße wurde Maria Karolina Leszczyñska, die Tochter von König Polens Stanis³aw, seit 1725 Königin Frankreichs
- Ehefrau von Ludwig dem XV. geboren.
1810 löste die preußische Regierung den Zisterzienserinnenorden auf. In der zweiten Hälfte des XIX Jh. übernahm das postzisterzienserinische Gebäude der Borromäerinnenorden. 1943 bekam die Trebnitzer Kirche den Namen Basilika.
Seit August 1945 nahmen die Salvatorianer die Basilika unter Schutz. Der erste polnische Dompfarrer der Kirche war (über 50 Jahre) Dechant Wawrzyniec Bochenek.
Die Eröffnung des Kurhauses am 1. Mai 1888 spielte in der Stadtentwicklung eine wichtige Rolle. In der Therapie benutzte man hier thermale Mineralwässer (heutzutage leider nicht mehr gewonnen). In derselben Zeit wurde der Buchenwaldnutzbar gemacht (seit dem XV Jh. gab es dort die Kapelle und im XVII Jh. entstand Trebnitzer Leidensweg Christi). Am Ende des XIX Jh. erlangte die Stadt eine Bahnverbindung zu Breslau (es gab 2 Bahnstrecken: weit - und schmalspurig)
1945 nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee wurde Trebnitz zerstört und verbrannt (die Basilika ist dank dem Heldentum von Borromäerinnen heil geblieben). Sechs Wochen lang (April
- Juni 1945) amtierte Trebnitz als die Hauptstadt von Niederschlesien. Seit dem 20. April 1945 kamen die ersten Einsiedler, vor allem aus der Umgebung von Kielce, aus dem Gebiet jenseits des Bug und aus Großpolen.
Trebnitz aus der Nachkriegszeit wurde zu einem Landwirtschaft - und Obstbauzentrum (der bekannte Apfelbaumanbau auf den Berghängen des Weinbergs). An die Kurortstradition knüpften das Krankenhaus für die Rehabilitation der Wirbelsäule
- und Bewegungsorgane-erkrankungen bei den Kindern (Prof. Przybylski) und Transplantationszentrum der Bewegungsorgane (Prof. Kociêba - das erste in Polen Annähen der abgerissenen Hand).
Die herrlichsten architektonischen Perlen von Trebnitz sind die Hedwigsbasilika und das Kloster. Sehenswert sind auch
St. - Hedwigs - Kultusmuseum und das Klostermuseum (nach der früheren Verabredung zu besichtigen). Neben der Basilika befindet sich der Feldaltar und der Pilgerplatz (die Votivgabe des dritten Jahrtausends). Hinter der Basilika befindet sich die Ersteigung auf den Weinberg, populär
"Katzenberg" genannt (219 m. ü.d.M.). Aus dem Weinberg bietet sich der Gesamtansicht der Stadt und der Umgebung. In der Nähe steht das geheimnisvolle Bauwerk mit der hl. Hedwig verbunden
- die Rotunde der fünf Tische. Schön ist das Buchenwaldgelände mit der Waldkirche, dem Kreuzweg, die ehemaligen Kurgebäude, Waldwirtshaus, das Schwimmbad, die Fischteiche). Außerhalb der Stadt in der Richtung Breslau befindet sich der Kapellehügel, auf dem eine kleine Kapelle steht (bekannt
von dem Film "Die Asche und der Diamant" ). In der Nähe gibt es einen Aussichtspunkt, der einen Anblick auf Breslau und den Berg ¦lê¿a bietet.
Im Stadtzentrum befindet sich neogotische St. - Peter und Paulus - Kirche, vor ca. zwanzig Jahren von der katholischen Kirche wiedergewonnen. Auf dem Marktplatz befindet sich das Rathaus, rekonstruiert nach den Zerstörungen vom Jahre 1945 und in dem einzigen erhaltenen Mietshaus aus dem XVIII Jh. befindet sich das von der Trebnitzfreunde -Gesellschaft geleitete Museum (dienstags, donnerstags und samstags ab 12 bis 16 Uhr geöffnet).
In der Nähe von Trebnitz (4 km), in Marcinowo befindet sich das Freilichtmuseum gegründet von Marian Kowalski, Frontmann von der Volkskapelle
"Marciny".
Aus Trebnitz führen nach Oborniki ¦l±skie zwei Wanderstrecken - eine gelbe und eine blaue. Die blaue Strecke führt auf den größten Hügel in der Umgebung von Trebnitz, auf den Dunklen Berg (zwischen Malczów und Droszów)
- 258 m..d.M.
In Trebnitz finden interessante Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen statt, u.a.:
- Obstgartenfest (Ende September);
- Internationale Festspiele der Orgel- und Kammermusik (Mai - Oktober);
- Liszt - Abende (Herbst/Winter);
- Silvesterstraßenlauf - 10 Km (am 31. Dezember);
- Waldvorläufe (am vorletzten Sonntag jedes Monates);
- Offene Meisterschaften Polens im Gesellschaftsspiel "Mensch ärgere dich nicht!" (Anfang Oktober).
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